08.12.2019 - 15.12.2019

Die Mittelmeer-Monologe

Heimathafen Neukölln

Dokumentarisches Theater – Buch/Regie: Michael Ruf

8/10/11/12/14/15 Dezember 2019

Die MITTELMEER-MONOLOGE erzählen von den politisch widerständigen Naomie aus Kamerun und Yassin aus Libyen, die sich auf einem Boot nach Europa wiederfinden, von brutalen ‚Küstenwachen‘ und zweifelhaften Seenotrettungsstellen und von Aktivist*innen, die dem Sterben auf dem Mittelmeer etwas entgegen setzen.

Diese Aktivist*innen überzeugen beim ‚Alarmphone‘ die Küstenwachen, nach Menschen in Seenot zu suchen oder lernen auf der Seawatch, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren – kurzum sie tun das eigentlich Selbstverständlichste, was im Jahr 2019 alles andere als selbstverständlich ist: menschliches Leben zu retten!

„Die Monologe berühren, schaffen Nähe, machen wütend und benennen Wege, um sich persönlich zu engagieren. (…) Sie widersetzen sich der Entmenschlichung der Tragödie. (…) Im Mittelpunkt stellen sie die Geschichten der Betroffenen.“

die tageszeitung, taz

Wirkmächtig ist, was Naomie, Joe, Selma und Yassin erzählen. Von Menschen, die vor ihren Augen lautlos ertrinken. Von traumatischen Erlebnissen, die in ihren Träumen wiederkehren. Von der Angst vor fatalen Entscheidungen.

Berliner Morgenpost

Die Mittelmeer-Monologe sind dokumentarisches, wortgetreues Theater, basierend auf mehrstündigen Interviews. Dadurch werden reale Fälle der Seenotrettung rekonstruiert, erzählt aus der Perspektive von Betroffenen und Aktivist*innen.

Eines dieser realen Ereignisse zeigt die besondere Brutalität der „libyschen Küstenwache“.

So fuhr am 6.11.2017 zeitgleich ein Rettungsschiff von Seawatch und ein Schiff der libyschen Küstenwache zu einem Migranten-Boot. Auf diesem Boot befanden sich 150 Passagiere. Eine konfliktreiche Rettungsoperation begann, und während Seawatch letztendlich 59 Personen retten konnte, ertranken mindestens 20 Personen und 47 Personen wurden zurück nach Libyen gebracht – inhaftiert, geschlagen, verkauft, gefoltert.

Dieser 6.11. wurde von „Forensic Architecture“ aufwändig rekonstruiert (siehe Video „Mare Clausum. The Sea Watch vs Libyan Coast Guard Case“) und von der New York Times ebenfalls als Video („How Europe Outsources Migrant Suffering at Sea“) journalistisch aufgearbeitet.

Die Mittelmeer-Monologe liefern persönliche und intime Einblicke in die weitesgehend unbekannte Arbeit des Alarmphones, die einer Aktivistin und die jener Person, die in Seenot die Nummer des Alarmphones wählte, sowie deren insprierende gemeinsame Geschichte.

mit Sara Hiruth-Zewde, Aydin Isik, Moses Leo, Meri Koivisto, Soheil Boroumand, Sarah Quarshie

Piano: Michael Edwards, Cello: Isabelle Klemt

https://heimathafen-neukoelln.de/events/die-mittelmeer-monologe/

https://www.facebook.com/events/2453136821673890/?event_time_id=2453136835007222

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